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Masayuki Uemura, Schöpfer des NES und SNES, mit 78 Jahren gestorben

Masayuki Uemura war ein echter Meisterarchitekt von Videospiel-Konsolen, die das Gaming für immer veränderten.

Uemura war bei Nintendo in Japan der leitende Architekt des Famicom (auch bekannt als Nintendo Entertainment System, oder kurz NES) und des Super Famicon (SNES). Die Spuren, die er in der Spieleindustrie und der Populärkultur hinterlassen hat, sind unauslöschlich. Wie verschiedene Medien berichten, ist Uemura am 6. Dezember 2021 mit 78 Jahren verstorben. Die Ritsumeikan-Universität, an der Uemura nach seinem Abschied von Nintendo im Jahre 2004 Direktor für Spielstudien wurde, gab seinen Tod am 9. Dezember 2021 bekannt.

Ursprünglich arbeitete Uemura bei Sharp und verkaufte Fotozellentechnologie an verschiedene Unternehmen, darunter auch an seinen späteren Arbeitgeber Nintendo. Nach seinem Eintritt in das Unternehmen arbeitete er mit Gunpei Yokoi zusammen, um die Fotozellentechnologie in elektronische Lichtpistolenspiele zu integrieren. Später arbeitete er an Plug-and-Play-Konsolen wie dem Color TV-Game von Nintendo.

Im Jahre 1981 änderte sich alles mit einem einzigen Telefonanruf.

„Präsident Yamauchi sagte mir, ich solle ein Videospielsystem entwickeln, mit dem man Spiele auf Modulen spielen könne“, erzählte Uemura in einem Interview, das letztes Jahr auf Kotaku veröffentlicht wurde. „Er rief mich immer an, nachdem er ein paar Drinks intus hatte, also dachte ich mir nicht viel dabei. Ich sagte nur: »Klar doch, Boss« und legte auf. Erst am nächsten Morgen, als er nüchtern zu mir kam und sagte: »Die Sache, über die wir gesprochen haben – du bist dabei?«, wurde mir klar: Er meinte es ernst.“

Uemura machte sich an die Arbeit, um das Famicom zu entwickeln – eine Konsole, die für den US- sowie europäischen Markt zum Nintendo Entertainment System (NES) umgestaltet wurde. Die Konsole wurde schließlich zu einem weltweiten Phänomen und echten Verkaufsschlager. Erst vor wenigen Jahren brachte Nintendo die beiden Konsolen im originalgetreuen Miniaturformat samt vorinstallierten Spieleklassikern nochmals auf den Markt. Das NES Classic Mini sowie das SNES Classic Mini verkauften sich so gut, dass die Lagerbestände in kürzester Zeit abverkauft werden konnten.

Auf die Frage, wie sich die Dinge dadurch verändert haben, antwortete Uemura: „Nun, mein Gehalt ist gestiegen. Das ist eine Tatsache. Ich bekam also mehr Geld, aber die Kehrseite war, dass mein Job viel schwieriger wurde. Die Einstellung von Präsident Yamauchi spielte dabei eine große Rolle, aber ich hatte das Gefühl, dass ich den Tag nutzen musste. Einfach loslegen.“ Und das hat er getan.

Christian Leuenberg

Christian ist Musiker und freiberuflicher Webentwickler, gründete und leitete zuvor die Onlinemagazine Wii Insider, Press A Button sowie N Insider. Als NES-Liebhaber konzentriert er sich mit NES-Classic-Mini.com nun auf alle Themen rund um die NES-Neuauflage.

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Christian Leuenberg
Themen: Nintendo

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