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Double Dragon 2: The Revenge

Geschrieben von Redaktion

Rache ist ein Gericht, das am besten zu zweit serviert wird! Nachdem der erste Teil auf dem NES technisch etwas beschnitten war und den kooperativen Modus schmerzlich vermissen ließ, liefert Double Dragon 2: The Revenge genau das, worauf Fans gewartet haben: Billy und Jimmy Lee sind zurück, vereint und wütender als je zuvor. Ob die Pixel-Prügelei auch heute noch den richtigen Punch hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Diesmal ist es persönlich

Die Story ist schnell erzählt, aber düsterer als beim Vorgänger: Die „Shadow Warriors“ haben Marian, Billys Freundin, direkt im Intro eiskalt ermordet. Keine Entführung, keine Lösegeldforderung – nur Rache. Dieser düstere Unterton zieht sich durch das Spiel, aber keine Sorge: Im Kern bleibt es ein klassisches Beat ’em up der alten Schule. Ihr prügelt euch durch Straßen, Hubschrauber, Unterwasserbasen und Fallenräume, um dem Oberbösewicht das Handwerk zu legen.

Die Steuerung: Gewöhnungsbedürftig, aber genial

Das Kampfsystem unterscheidet sich signifikant von anderen Genre-Vertretern wie Final Fight oder Teenage Mutant Ninja Turtles. Anstatt eines festen Knopfes für Schlagen und Treten, orientiert sich die Steuerung an der Blickrichtung:

  • Blick nach rechts: A-Knopf schlägt nach vorne, B-Knopf tritt nach hinten.
  • Blick nach links: B-Knopf schlägt nach vorne, A-Knopf tritt nach hinten.

Das erfordert in der Hitze des Gefechts etwas Eingewöhnung, ermöglicht aber eine fantastische Kontrolle, wenn man von Gegnern umzingelt ist. Das Highlight ist jedoch der legendäre Cyclone Kick (Wirbelkick). Das Timing, um diesen auszulösen (Springen und am höchsten Punkt erneut eine Taste drücken), ist zwar knifflig, aber wenn er gelingt und gleich drei Gegner vom Bildschirm fegt, ist das Befriedigung pur. Hinzu kommt der mächtige „Hyper Uppercut“, der selbst die zähesten Bosse in die Luft befördert.

Endlich zu zweit!

Der größte Kritikpunkt am ersten NES-Teil wurde behoben: Ihr könnt das Abenteuer endlich gleichzeitig mit einem Freund bestreiten. Es gibt zwei Modi:

  • Game A: Koop ohne „Friendly Fire“. Eure Schläge verletzen den Partner nicht.
  • Game B: Für die ganz Harten. Eure Angriffe treffen auch den Mitspieler. Das sorgt für Chaos, aber auch für viele Lacher, wenn man dem Kumpel versehentlich den finalen Kick verpasst.

Besonders im Koop-Modus entfaltet Double Dragon 2 sein volles Potenzial. Taktische Absprachen („Du nimmst den Dicken, ich die zwei Mädels mit den Peitschen!“) machen riesigen Spaß.

Plattform-Frust und Abwechslung

Nicht alles ist perfekt. Das Spiel streut diverse Sprungpassagen ein, die berüchtigt für ihren Schwierigkeitsgrad sind. Besonders das Level im Hubschrauber, bei dem sich die Tür öffnet und ein starker Sog entsteht, oder die verschwindenden Plattformen im späteren Verlauf, können für frustrierende „Game Over“-Momente sorgen. Da die Sprungmechanik etwas steif ist, braucht man hier Nerven aus Stahl.

Grafisch hat Technos im Vergleich zum Vorgänger noch eine Schippe draufgelegt. Die Sprites sind detaillierter, die Hintergründe abwechslungsreicher und Zwischensequenzen erzählen die Geschichte stimmungsvoll weiter.

Wertung
  • 85%
    Grafik - 85%
  • 90%
    Sound - 90%
  • 80%
    Steuerung - 80%
  • 89%
    Spielspaß - 89%
86%

Fazit

Double Dragon 2: The Revenge ist für viele Fans der beste Teil der Trilogie auf dem NES. Es merzt die Fehler des Vorgängers aus, bringt den essentiellen 2-Spieler-Modus zurück und bietet ein sattes Trefferfeedback. Der Soundtrack ist absolut ikonisch und treibt das Geschehen perfekt voran. Wer über die teils unfairen Sprungpassagen hinwegsehen kann, bekommt hier eines der besten Prügelspiele der 8-Bit-Ära. Schnappt euch einen zweiten Controller und übt den Cyclone Kick – die Shadow Warriors warten!

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