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Castlevania

Castlevania Artwork
Markus Schnittka
Geschrieben von Markus Schnittka

Zu den großen Klassikern auf dem NES zählt mit Sicherheit die Castlevania-Reihe. Drei Teile davon sind für das Nintendo Entertainment System erschienen, wobei wir uns heute dem ersten Ableger der Serie widmen und in unserem Test klären, wie viel Spaß das Spiel auch heute noch macht.

Im Jahr 1986 veröffentlichte Konami für MSX-2-Rechner erstmals den Titel Vampire Killer, in dem ein Peitschen schwingender Held Jagd auf den Grafen Dracula machte. Unter dem Titel Castlevania erfolgte ein Jahr später die erste Umsetzung davon für das Nintendo Entertainment System und damit der Startschuss für eine der bekanntesten Serien der Videospiel-Geschichte. Die Geschichte des ersten Teils spielt dabei im Jahre 1691, als der finstere Graf Dracula aus einem einhundertjährigen Schlaf erwacht und die Familie Belmont, ihres Zeichens allesamt eingefleischte Vampirjäger, allesamt vernichten will. Den ersten Kontakt gab es dabei mit Christopher Belmont, dessen Urenkel Simon sich nun aufmacht, um dem Fürsten der Finsternis einen Pflock ins Herz zu treiben.

Tatsächlich seid ihr in Castlevania allerdings in erster Linie nicht mit einem Pflock, sondern mit der für die Serie so typisch gewordenen Peitsche unterwegs, um den Schergen der Dunkelheit zu Leibe zu rücken. Insgesamt wandelt ihr dabei durch sechs größere Ebenen, die sich thematisch an den nahe liegenden Schauplätzen wie alten Kirchen, verfallenen Gemäuern oder einem Friedhof orientieren. Das Gameplay vermischt dabei Elemente des zu dieser Zeit bereits erfolgreichen Genres Jump’n’Run, wo Super Mario Bros. sensationelle Erfolge feierte, mit Anleihen aus Rollenspielen. Zum einen müsst ihr mit eurem Charakter Treppen erklimmen, Abgründe überwinden und euch in der Welt nach vorne arbeiten, wobei durchaus geschickte Sprünge notwendig werden. Auf der anderen Seite könnt ihr aber auch eure Peitsche mit Upgrades verstärken. Die Möglichkeit eine zweite Waffe zu führen ermöglicht euch als Spieler zudem eine gewisse taktische Komponente. Deren Einsatz ist nämlich durch sammelbare Herzen begrenzt, so dass ihr sie nur in besonderen Situationen wohl überlegt verwenden solltet. Herzen findet ihr wiederum wenn ihr Objekte aus der Umgebung zerstört, allen voran Kerzenhalter.

So kämpft ihr euch gegen allerlei Untiere durch die Stufen, wobei euch unter anderem Fledermäuse, Wölfe und anderes Getier als Leder wollen. Am Ende einer jeweiligen Stage wartet natürlich ein besonders gefährlicher Obermotz auf euch. Unter anderem bekommt ihr es hier mit Frankensteins Monster, mit der Medusa oder dem Tod höchstpersönlich zu tun, bevor ihr final dem Grafen Dracula selbst gegenüber steht. Neben dem knackigen Schwierigkeitsgrad musste sich Castlevania auch für einige Designentscheidungen in Sachen Steuerung schon immer Kritik gefallen lassen. Zum einen dürft ihr auf Treppen nicht springen, zum anderen ist es euch nicht möglich in der Luft bei einem Sprung die Richtung zu wechseln, bzw. den Sprung zu verlängern oder zu verkürzen. Ungeübte Spieler segeln so regelmäßig in den Tod. Hinzu kommt, dass euch Treffer von euren Feinden immer ein kleines Stück zurück werfen, was am Rande eines Abgrunds ebenfalls einen schnellen Bildschirmtod nach sich ziehen kann.

Wer Ausdauer beweist und sich durch das Abenteuer kämpft, wird mit für die damalige Zeit detaillierten Grafiken belohnt. Die morbide Atmosphäre des Spiels kommt bereits im ersten Teil recht gut auf dem Bildschirm rüber, trotz der limitierten Möglichkeiten des NES. Übertrumpft wird das nur noch vom gelungenen Soundtrack, der herrlich stimmungsvoll geworden ist. Passende Soundeffekte runden hier den technischen Aspekt von Castlevania entsprechend ab.

Über den Autor

Markus Schnittka

Markus Schnittka

Markus ist in einer Agentur für Werbeartikel beschäftigt und arbeitet in seiner Freizeit seit Jahren als Redakteur für Onlinemagazine, unter anderem Wii Insider, Press A Button, N Insider und jetzt für NES-Classic-Mini.com. Seit dem NES ist er Nintendo-Fan, wagt aber regelmäßig auch einen Blick über den Tellerrand zu anderen Konsolen und widmet sich immer wieder gerne einem Retro-Titel.

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