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Donkey Kong

Donkey Kong
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Geschrieben von Christian Leuenberg

Donkey Kong war ursprünglich ein Arcade-Spiel, welches ein großer Hit war und Nintendo berühmt machte. Es zeigte Donkey Kong (den Bösewicht), Pauline, ein Mädchen, das von Donkey Kong gefangen genommen wurde, und Mario, die Pauline retten muss. Dieses Spiel wurde auf das NES portiert, ist aber – so viel vorab – leider etwas schlechter als die Automatenversion. Und leider basieren viele zukünftige Versionen, wie die e-Reader-, Animal Crossing- und Classic NES-Serie, auf dieser NES-Version.

Donkey Kong entführt Marios Freundin Pauline und hält sie als Geisel an der Spitze einer Baustelle. Mario versucht, Pauline zu retten, hat aber viele Hindernisse auf seinem Weg wie etwa Feuerbälle und Fässer. Damals war es, wie für dieses Zeit typisch, eine sehr einfache Handlung – aber sie funktioniert auch heute noch.

Eigentlich beinhaltete die Arcade-Version vier Levels. Nicht so die NES-Version, hier wurden lediglich drei Levels implementiert. Diese warten auf mit zahlreichen Hindernissen wie Fässern, Federn und Feuerbällen. Gefordert ist hier das Springen über Hindernisse, Klettern von Leitern sowie das Schlagen mit einem Hammer, um möglichst viele Punkte zu bekommen. Und es braucht viel Übung, um diese drei Levels zu meistern. Dass es in dieser NES-Version nur drei Level gibt, im Gegensatz zu den vier in der Arcade-Version, ist jedoch ein großer Minuspunkt. Und diese fehlende Stage ist ausgerechnet die Kuchenfabrik mit Klappleitern und Förderbändern – eine wirklich sehr kreativ gestaltetes Level. Warum das Level entfernt wurde? Ein Speicherplatzproblem auf dem Modul dürfte es jedenfalls nicht gewesen sein. Wie aber bereits erwähnt, basieren viele spätere Versionen von Donkey Kong auf eben dieser NES-Version, was bedeutet, dass sie allesamt Stage Nummer 4 missen. Um diesen Verlust auszugleichen, machte Nintendo die Aufzugsebene, die die härteste Ebene war, einfacher, indem man die Aufzüge viel langsamer fahren ließ. So hat der Spieler mehr Zeit, um die hohe Plattform zu erreichen – die Hälfte des Levels kann somit übersprungen werden. Eine weitere interessante Änderung ist, dass einige Gegenstände an verschiedene Orte verschoben wurden. So beispielsweise der erste Hammer oder die Geldbörse. Donkey Kong hat, wie viele weitere NES-Spiele, ein A- sowie B-Spiel (Letzteres ist schwieriger) und einen Ein- sowie Zweispielermodus.

Die Grafik ist ähnlich dem Original. So sehen die typischen Metallträger der Plattformen quasi identisch aus. Zu erwähnen ist aber, dass die NES-Version deutlich weniger Animationen aufzubieten hat. Zum Beispiel wird die Szene, in der Donkey Kong Pauline packt, die Leiter hinaufklettert und die roten Plattformen in Bewegung setzt, vollständig entfernt! Ebenso die Szene mit dem “How High Can You Get?”-Spruch. Ebenso fehlt nach jedem gemeisterten Level die Szene, in der ein Herz erscheint, gefolgt von Donkey Kong, welcher Pauline packt. Das Leveldesign wurde ebenfalls angepasst: Die Spitze der Aufzugsebene ist kleiner und Pauline steht auf einer winzigen, schwebenden Plattform im letzten Stockwerk. Außerdem sehen Hämmer deutlich voluminöser aus. Die Statusleiste am oberen Rand wurde auch optisch abgewandelt.

Die NES-Version von Donkey Kong hat einen eher mäßigen Sound zu bieten. Marios Schuhe sind lauter und quietschender denn je. Andere Soundeffekte wurden hingegen leicht heruntergedreht, klingen aber dennoch ähnlich der Arcade-Version. Die Endmusik ist völlig anders im Vergleich zur Automatenversion und leider nicht besser. Die Animationen wurden aus dieser Version entfernt (beispielsweise die Entführung von Pauline durch Donkey Kong), jedoch hört man trotzdem die passende Musik für jede dieser Szenen. Positiv ist die Titelbildmusik – diese gab es in der Arcade-Version nicht. Kleine Randnotiz dazu: Diese Melodie wurde später in Donkey Kong Country auf dem Super Nintendo aufgegriffen.

Die Steuerung ist recht einfach: Steuerkreuz zum Gehen und Klettern, A zum Springen. Das ist so einfach wie es nur geht. Die Spielphysik ist ähnlich der Arcade-Version, außer dass Mario in der NES-Version etwas langsamer auf die Leiter steigt. Eine Kleinigkeit ist zu erwähnen, denn wie bei vielen Spielen der Anfangsära der Konsole, kann ein Sprung in der Luft nicht mehr kontrolliert oder korrigiert werden. Ein genaues Springen ist also unbedingt erforderlich und bedarf einiger Übung.

Dieses Spiel war damals gut und ist es auch heute auf dem NES Classic Mini immer noch, vor allem bei der Jagd nach dem Highscore sowie der Steigerung des Schwierigkeitsgrades. Die Reduzierung von ursprünglich vier auf nun drei Levels senkt leider die Motivation und den Wiederspielwert von Donkey Kong. Dennoch lässt sich festhalten, dass das Spiel letztlich ein würdiger Vertreter der erfolgreichen NES-Ära darstellt.

Übersetzt aus dem Englischen

Wertung
  • 60%
    Grafik - 60%
  • 60%
    Sound - 60%
  • 80%
    Steuerung - 80%
  • 70%
    Spielspaß - 70%
67.5%

Fazit

Donkey Kong war in den Achtzigern gut und ist es auch heute auf dem NES Classic Mini immer noch, vor allem bei der Jagd nach dem Highscore sowie der Steigerung des Schwierigkeitsgrades im zweiten Spielmodus. Die Reduzierung von ursprünglich vier auf drei Levels trübt das Gesamtbild und senkt leider ein wenig den Wiederspielwert von Donkey Kong. Dennoch lässt sich festhalten, dass das Spiel ein absoluter Klassiker ist und letztlich ein würdiger Vertreter der erfolgreichen NES-Ära darstellt.

Über den Autor

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Christian Leuenberg

Christian ist Musiker und freiberuflicher Webentwickler, gründete und leitete zuvor die Onlinemagazine Wii Insider, Press A Button sowie N Insider. Als NES-Liebhaber konzentriert er sich mit NES-Classic-Mini.com nun auf alle Themen rund um die NES-Neuauflage.

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