Motoren an, Helm auf und ab auf die Piste! Mit Excitebike brachte Nintendo einen der zeitlosesten Klassiker der 8-Bit-Ära in unsere Wohnzimmer. Als eines der ursprünglichen „Black Box“-Spiele definierte es das Genre der Motocross-Racer neu und bietet dank des integrierten Streckeneditors auch heute noch erstaunlich viel Langzeitmotivation. Ob der Sprung über die Rampe auch Jahre später noch gelingt, klären wir in unserem Test.
Start your Engines!
Das Prinzip von Excitebike ist denkbar einfach und genau deshalb so genial: Ihr steuert einen Motocross-Fahrer über eine seitlich scrollende Strecke voller Hindernisse, Sprungschanzen und Schlampfützen. Ziel ist es, die Bestzeit zu knacken (Qualifikation) oder sich im Rennen gegen die Computergegner zu behaupten.
Das Spiel bietet drei Hauptmodi:
- Selection A: Ein Solo-Rennen gegen die Uhr. Hier geht es rein um die perfekte Linie und das Meistern der Hindernisse.
- Selection B: Das eigentliche Rennen gegen CPU-Fahrer. Diese sind nicht nur Konkurrenten, sondern auch bewegliche Hindernisse – eine Kollision wirft euch oft gnadenlos zurück.
- Design Mode: Das absolute Highlight. Ihr könnt eigene Strecken mit allen im Spiel verfügbaren Rampen und Hindernissen bauen.
Balanceakt bei Höchstgeschwindigkeit
Was Excitebike von simplen Racern unterscheidet, ist die Physik und das Temperatur-Management. Mit dem A-Knopf gebt ihr regulär Gas, der B-Knopf zündet den Turbo. Wer jedoch permanent auf dem Turbo bleibt, überhitzt den Motor (angezeigt durch eine Temperaturleiste am unteren Bildschirmrand) und muss eine Zwangspause am Streckenrand einlegen. Strategisches Fahren ist also Pflicht: Nutze die Pfeile auf der Strecke, um den Motor sofort abzukühlen!
Noch wichtiger ist die Balance in der Luft. Mit dem Steuerkreuz müsst ihr das Bike beim Sprung ausrichten:
- Nach hinten lehnen: Höhere Sprünge und Wheelies, um kleine Hindernisse zu überwinden.
- Nach vorne lehnen: Flachere Sprünge und – ganz wichtig – die perfekte Landung.
Landet ihr nicht parallel zum Boden, verliert ihr massiv an Geschwindigkeit oder stürzt. Dieses taktische Element macht den Kern des Spielspaßes aus. Es fühlt sich ungemein befriedigend an, eine Serie von „Whoops“ (kleine Bodenwellen) perfekt zu meistern.
Grafik und Sound: Charmanter Retro-Minimalismus
Grafisch ist Excitebike ein Kind der frühen NES-Tage. Die Hintergründe sind simpel (meist Zuschauerreihen oder Stadionwände), aber die Sprites der Fahrer und Bikes sind klar erkennbar und gut animiert. Besonders das Wackeln des Fahrers, wenn er nach einem Sturz zurück zum Motorrad rennt, hat fast schon Slapstick-Charakter.
Der Sound ist funktional, aber ikonisch. Das Motorengeräusch variiert je nach Turbo-Einsatz, und die Überhitzung kündigt sich durch einen warnenden Ton an. Die Jingles bei Rennbeginn und -ende sind klassische Nintendo-Ohrwürmer, auch wenn während des Rennens selbst keine Musik läuft.
Wertung
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Grafik - 70%70%
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Sound - 75%75%
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Steuerung - 85%85%
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Spielspaß - 88%88%
Fazit
Excitebike ist das perfekte Spiel für „nur noch eine Runde“. Die Jagd nach der Bestzeit motiviert ungemein, und der Design-Modus war seiner Zeit weit voraus (auch wenn man auf dem originalen Modul in Europa leider nicht speichern konnte – auf dem NES Classic Mini dank Speicherpunkten glücklicherweise schon!). Die Steuerung ist präzise, erfordert aber Übung. Wer das Flugverhalten des Bikes einmal verinnerlicht hat, kommt so schnell nicht mehr davon los. Ein Pflichtprogramm für jede NES-Bibliothek.
